MITTEILUNGSBLATT DER STEFAN WOLPE GESELLSCHAFT
November 2009

Neue Ausgaben

Dieses Mitteilungsblatt gibt Informationen über neue und aktuelle Ausgaben von Kammeropern, Orchesterwerken, Cabaret und Revue, Kammermusik, Lieder und Werke für ein und zwei Klaviere.


Kammeroper
Zeus und Elida, eine Musikalische Groteske (1928)

Eine Satire nach dem Modell von Busoni’s Arlecchino mit Standardtypen des Puppentheaters: Verliebter, alter Mann (Zeus), Femme Fatale (Elida), Polizist (Staatsanwalt) und skeptischer Ansager sowie ein in Lumpen gekleideter Straßenvolk-Chor. Auf der Suche nach Europa steigt Zeus (Hitler) auf der Verkehrsinsel mitten auf dem Potsdamer Platz ab. Er sieht ein Werbeplakat von Elida-Kosmetik (Anagram von Ideal) und verwechselt das Objekt seiner Suche mit der blonden Schönen. Eine Passantin, die dem Werbefoto-Girl ähnelt, tritt ein und Zeus pöbelt sie an. Die Verwechslung endet mit einem Verbotserlass des Staatsanwalts für den gesamten Potsdamer Platz und der Einweisung von Zeus ins Irrenhaus. Die durchkomponierten Szenen basieren auf dem Stil von Boston, Tango, Blues, Foxtrott, barockes Concerto, etc.
4 Sprecher, S, S-Diseuse, 2 A, T-buffo, B-lyrisch, 2 B solo; Chor; S-Sax / A-Sax / T-Sax / Klar / S-Sax / A-Sax / T-Sax / B-Sax / Klar / A-Sax / T-Sax / B –Sax / Klar / B-Klar / 2 Trp / Pos / Sousaphon / 2 Kb mit C-Saiten / Banjo / T-Banjo / Jazz-Schlagzeug / 12 Vl (separate Pulte) / 2 Klav (2. Klav auch Cel)Aufgenommen von Ebony Band, Dirigent: Werner Herbers (Decca 460-001-2), 25.00 Min. Peermusic: Partitur: Nr. 3322. Stimmenpartitur: Nr. 3323



Werke für Orchester
The Man from Midian (1942)

Das Szenario dieser Ballett-Suite für zwei Klaviere von Winthrop Palmer basiert auf Moses’ Leben (Darius Milhaud benutzt dasselbe Libretto). Moses ist in diesem Fall nicht der Philosoph - Priester aus Schönbergs Moses und Aaron, sondern eher der politische Anführer, der das jüdische Volk aus der Sklaverei befreite. Wolpe orchestrierte die Erste Suite, die von Dimitri Mitropoulos und das New York Philharmonic 1951 aufgeführt wurde. Das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin hat die Suite unter der Leitung von Joseph Silverstein bei Naxos (8.559439) aufgenommen. Antony Beaumont orchestrierte die Zweite Suite für eine neue Ausgabe der kompletten Ballett-Partitur. 40.00 Min. Peermusic


Symphonie Nr. 1 (1956)

Die Symphonie, ein bedeutender Beitrag zum amerikanischen abstrakten Expressionismus, fußt auf einer knappen Melodie, wie der anfängliche Strich eines Malers. Das hohe Fagott erinnert an Stravinskys Sacre, aber die Melodie ist nicht die Einführung eines rituellen Dramas, sondern zerstört sich selbst in scherbenähnlichen Aspekten, die sich in hoher Geschwindigkeit im turbulenten Zeitraum überschlagen, wie ein Steinwurf in ein Fenster. Der erste Satz ist eine Folge von fünf Handlungen, in welchen zweierlei Material, jedes mit seinem eigenen Tempo, verwendet wird. Der zweite Satz ist eine Fuge mit drei Themen: das erste bezieht seine schaudernde Wirkung über energische Tremolos und Sprünge, das zweite ist prägnant und beruhigend während sich das dritte in eine Flut von unbestimmten Perkussionklängen ergießt (eine Antwort an den Deserts seines Freundes Edgar Varèse). Die drei Themen kreisen immer näher, bis sie zusammenfinden. Der dritte Satz vereint den lyrischen Ablauf des ersten Satzes mit der heftigen Agonie des zweiten in einem sonatenähnlichen Schema. Nach den ersten Aufführungen hat Wolpe viel vom Perkussion-Part des zweiten Satzes aus unerklärlichen Gründen gelöscht. Die neue Ausgabe stellt den ursprünglichen Perkussion-Part wieder her. 25.00 Min. Peermusic, Partitur Nr. 3267


Cabaret, Revue
Musik für das ‘Anti’ Cabaret (1929)

Blues, “Stimmen aus dem (not „den“) Massengrab”, Marsch
Wolpe komponierte diese Musik für den Schweizer Bandleader Teddy Stauffer, der den Berliner Theaterklub ‚Anti’ mit Teddies und seine Jazz-Sinfoniker eröffnet hatte. Zwei instrumentale Sätze, Blues und March, umrahmen ein Stück für Sprechchor auf einem Gedicht von Erich Kästner. Dieser verließ 1927 in Folge seiner Kündigung bei der „Neuen Leipziger Zeitung“ nach der Herausgabe eines erotischen Gedichtes Leipzig gen Berlin. “Stimmen aus dem Massengrab” trägt den Untertitel “Anstelle einer Predigt zu Allerheiligen“. Es ist der wütende, bittere Schrei der Kriegstoten an die Lebenden. Für 2 Sax (Klar), Trp, Perc, 2 Klav, 10.00 Min. Aufgenommen von Marcus Weiss (Hat[now]ART 136) Peermusic


Sportrevue ‘Alles an den roten Start’ (1932)
Text: Siegfried Moos

Wolpe komponierte die Revue für eine kommunistische Sportversammlung in einem großen Berliner Stadion. Die vier Nummern schließen einen brillanten instrumentalen Teil, Zweierlei Tempi, das Kampflied ‚Stählt die Muskeln’ und einen Marsch, ’Das ist der Sport der herrschenden Klasse’, ein. Die Revue wurde von der Agitpropgruppe Fichte-Balalaika aufgeführt. Für Bläserensemble und Stimme. 10.00 Min. Peermusic


Kammerensemble (10 Spieler)
Suite from the Twenties

1. Tango für Irma, 2. Marsch, 3. Tango, 4. Tanz-Charleston (für Moholy-Nagy), 5. Rag-Caprice, 6. Blues. Brillante Arrangements von Klavierstücke aus den Zwanziger von Geert van Keulen. Für Kl, Bkl, A-Sax., Trp, Pos, Perc, Bjo, Klav, Vl, Vc. 13.30 Min. Peermusic

Flötenquintett
Palästina Suite (1941)

Das Arbeiter-Komitee Palästinas hatte Wolpe beauftragt Musik für einen Kurzfilm zu schreiben. Der Film selbst wurde nicht mehr wiedergefunden, aber die Titel der Musikfolge beschreiben Szenen aus dem Stadt- und Landleben, gerahmt von Nummern mit militärischem Thema. Wolpe spielte Klavier für Stummfilme und hatte feste Ansichten betreffend Filmmusik: „Warum Grieg für Sonnenuntergänge? Warum Chopins b-moll wenn jemand in einer schlimmen Verfassung ist?“ Er behauptete, dass Rhythmus das wichtigste Mittel ist, um Musik und bewegende Bilder zu vereinen und diese Vignetten erwecken plastisch Szenen aus Palästina in Kriegszeiten. Für Fl, Vl, Vla, Vlc, Klav. 10.00 Min. Stefan Wolpe Society


Lieder
Zehn frühe Lieder (1920)

Eine Sammlung von bemerkenswert vollendeten Liedern des 18-jährigen Wunderkindes, unter den wenigen Werken die Wolpe aus der Zeit vor 1924 aufbewahrt hat. Sie schließen Gedichte mittelalterlicher Mystiker über spirituelle Liebe, Verse von Rilke, Kokoschka, Christian Morgenstern und der feministischen Dichterin Catherina Godwin ein. Wolpe selbst schrieb einige verspielte Gedichte für Kinder. Ob tonale Hymnen, oder post-tonale Neuheiten mit einem Hauch von Ragtime, die Lieder weisen eine lebhafte Fantasie und eine beeindruckende Beherrschung verschiedensten Materials auf. Aufgenommen von Tony Arnold (Sopran) und Jacob Greenberg (Klavier) bei Bridge, 9209, 15.00 Min. Peermusic


Zwei Klaviere
Suite für Marthe Krueger (1940)

Die Partitur wurde kürzlich in den Papieren von Marthe Krueger (1919 – 2000), Tänzerin und Pädagogin, gefunden, die in den 30er Jahren nach Amerika kam und eine Weile mit Martha Graham arbeitete. Das Drehbuch ist nicht erhalten, aber die drei Sätze könnten von Graham’s Ballett Every Soul is a Circus (1939), welches das innere Frauenleben erkundete, angeregt gewesen sein. Im ersten Satz "Women” kontrastieren sanft suchende mit nachhaltig bestimmten Bewegungen in diatonischen Modi. “Remembrance” für solo Klavier ist abwechslungsweise elegisch, aggressiv und furchtsam. “The Tides of Man: Passions Spin the Plot” setzt einer marschähnlichen, gezielten Bewegung eine frei fließende Bewegung im 5/4-Takt gegenüber. Ordnung und Chaos, Klarheit und Dunkelheit setzen sich über diesen stürmischen, völlig chromatischen Satz hinweg, bis die „Gezeiten der Menschheit“ in gewaltigen Klangwellen zusammenbrechen. Aufgenommen von Quattro Mani bei Bridge, 9308, 22.00 Min. Peermusic


Solo Klavier
Piano Music 1939-1942

Kurz nach Wolpes Ankunft in Amerika komponiert, sind diese Stücke als Beiträge zu einem Repertoire Neuer Musik für das Jüdische Volk anzusehen, obwohl Wolpe keinesfalls Nationalist war. Lied, Anrede, Hymnus, Strophe (1939) feiern den Geburtstag seiner Frau, Irma Wolpe und tragen den Untertitel: “In anticipation of new musics.” Die Melodie erscheint auch im dritten und vierten Satz der Sonata für Oboe und Klavier (1941). Die Zemach Suite (1939) wurde vom Russischen Tänzer Benjamin Zemach in Auftrag gegeben. Die Stücke (1. Song / 2. Piece of embittered music / 3. Fuge a 3, Nr. 1 / 4. Fuge a 3, Nr. 2 / 5. Jubilation / 6. Complaint / 7. Dance in form of a chaconne) basieren auf diversen Modi und Tänzen des Mittleren Ostens. Zwei Stücke für Klavier (1941): 1. Pastorale, 2. Con fuoco. Beide, die sanfte Pastorale, sowie das stürmische Con fuoco benutzen die Ton–Halbtonleiter (Oktatonisch), welche Wolpe aus einem Arabischen Maqam ableitete. The Good Spirit of a Right Cause (1942) ist Musik, die beabsichtigen wollte die Stimmung der Menschen während den dunkelsten Tagen des Krieges zu heben. Die Marschfantasie erinnert an die Kampfmusik, welche Wolpe zehn Jahre früher in Berlin komponiert hatte und sieht Battlepiece (1943 - 1947) bereits voraus. Aufgenommen von David Holzman bei Bridge, 9116. Peermusic, Nr. 3470


Zwei Tänze für Klavier (1926)
Blues,Tango

Wolpe war ein begnadeter Improvisator klassischer und volkstümlicher Stile und fand Vergnügen an modernen Interpretationen der aktuellen Tanzformen. Man hatte vermutet, dass diese montageähnlichen Fantasien des Blues und Tango verloren gegangen waren, bis das einzig erhaltene Manuskript kürzlich gefunden wurde. 4.00 Min. Peermusic, Nr. 3613


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